kompass 2017-09-19T00:38:23+00:00

KOMPASS

Ein Kompass?

... Ich weiß, dass ich irgendwie versichert bin, dass ich Beiträge zahle. Doch wofür genau und wogegen ich geschützt bin, was exakt in diesem Ordner ist, das weiß ich nicht.

Das hörte ich, als ich in Erfurt war. Zu Besuch bei einem aufgeweckten Menschen, der mit beiden Beinen fest im Leben steht. Auf Empfehlung hatte er sich an uns gewandt. Und nun saßen wir uns gegenüber, führten unser erstes Gespräch. Neben seinen Versicherungsordnern, da lag zufällig sein Notebook.

So entgegnete ich ihm:

... Du bist nicht der einzige, der das so empfindet. Würden wir ein Notebook kaufen, so, wie dieses hier, ohne genau zu wissen, wie es ausgestattet ist, wie die Auflösung des Displays ist, welchen Speicher es hat? Nein, das würden wir nicht. Doch bei Versicherungen tun wir oftmals genau das.

Mein Versprechen, dass ich ihm an diesem Tag gab, das war, dass er diese Ordner zurückbekommen wird, genau wissend, warum er welchen Beitrag zahlt. Und dieses Versprechen habe ich eingelöst.

Als ich die Ordner durcharbeitete, entdeckte ich eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. Diese kam im Jahr 2004 zustande, als Ergebnis auf seine Nachfrage, was er denn idealerweise für sich tun sollte.

2004 war das letzte Jahr, das steuerliche Vorteile (eine steuerfreie Kapitalauszahlung) für die Private Altersvorsorge bot. Schon aus dieser Sicht, war die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr ein ziemlich falscher Rat, höflich formuliert.

Es ist eine von vielen verpassten Chancen, die wir bei unseren Beratungen sehen, wenn wir bestehenden Verträgen begegnen. Wie frech Vertrauen missbraucht wird, wenn ein zu prüfender Vertrag aber auch gar nichts erkennen lässt, was nützlich sein könnte, das macht uns wütend.

Deine Kompetenz zu stärken, indem wir viel darüber zu schreiben, wonach und wohin du schauen solltest, damit du bewusste Entscheidungen treffen kannst, das ist deshalb unser Anliegen.

Was wir für dich tun

Nachfolgend finden wir deutliche Worte, in die eine oder andere Richtung. Unser Kompass reicht von grün, über gelb, bis rot. Und vermittelt dir in Stichworten, welche Versicherungen Priorität für dich haben sollten. Und welche eher nicht.

Um dich vor verpassten Chancen zu bewahren.

Wir wollen dir eine grundsätzliche Einordnungshilfe zu gängigen Versicherungen an die Hand geben. In deiner speziellen Situation kann ein Versicherungsschutz sinnvoll für dich sein, den wir hier nicht aufgeführt haben.

Fehlt dir eine Auskunft. Oder hast du ergänzende Fragen? Nimm gerne Kontakt mit uns auf.

Grün hat Priorität!

Hier hörst du von uns, über welche Versicherungen du zuerst nachgedacht haben solltest. Hast du dich mit diesen Bereichen bewusst befasst, dann hast du damit das Wesentliche und Wichtige erledigt.

Privathaftpflicht-Schutz

Sobald du auf eigenen Beinen stehst, benötigst du diesen Schutz. Ohne Wenn und Aber. Meinst du, du seist „noch irgendwo mitversichert“ (bei den Eltern), dann vergewissere dich bitte, dass deine Annahme auch zutreffend ist. Im Zweifel vereinbare einen eigenen Schutz. Dieser sollte eine so genannte Deckungssumme von mindestens 10 Mio. Euro besitzen und dich davor schützen, wenn deine eigenen Schadenersatzforderungen ausfallen.

Berufshaftpflicht-Schutz

Dieser Versicherungsschutz kommt in Frage, wenn du eigenständig oder in bestimmten Berufsgruppen (z. B. Ärzte, Lehrer) tätig bist. Es besteht meist keine Versicherungspflicht. Und so mancher ist versucht, zu denken, der private Haftpflicht-Schutz reicht schon aus. Das ist ein Trugschluss. Trotz einiger Ausnahmen, gilt generell: Was du beruflich eigenständig tust, versichert eine Privathaftpflicht-Versicherung nicht.

Berufsunfähigkeits-Schutz

Das diesen wichtigen Versicherungsschutz beschreibende Wort, leider ein unschöner Zungenbrecher. Was dahinter steht, für viele oft zu abstrakt und zu weit weg. Dabei handelt es sich um einen Schutz, der sich mit deinem wertvollsten Besitz befasst.

Der Wert deiner beruflichen Befähigung, den du hier schützt, wird dir vielleicht deutlich, wenn du einmal zusammenzählst, wie viele Jahre deines Lebens du in Schule, Ausbildung, Studium und Fortbildung investiert hast. Mit einem Berufsunfähigkeits-Schutz schützt du genau das. Und zwar umfassend.

Je früher du dich versicherst, umso günstiger ist es. Und umso leichtfüßiger erledigst du die Hürden, die du für einen solchen Schutz überwinden musst. Die Versicherer heißen dich nämlich nur dann willkommen, wenn du nach deren Maßstab gesund bist.

Achte darauf, dass du das Wort Berufsunfähigkeits-Schutz wiederfindest, denn nur dann ist im Grunde jede Ursache mitversichert. Nimm Abstand von Grundfähigkeits-Versicherungen jeder Art. Sie liefern nicht, was du dir vorstellst und sind kein Ersatz.

Krankenversicherungs-Schutz

Die Frage danach, wie du in deinem Leben krankenversichert sein möchtest, sie hat eine wesentlich geringere Priorität, als die Absicherung deiner beruflichen Befähigung. Jedoch solltest du darüber nachgedacht haben. Wenn dir früh bewusst ist, dass du dich später privat versichern möchtest, solltest du dir das Eintrittsrecht bei einem Versicherer mit einem Optionsrecht sichern. Deinen gesetzlichen Schutz solltest du wenigstens um eine Besserversorgung im stationären Bereich erweitern. Immer empfehlenswert ist die Absicherung eines Auslandsreisekranken-Schutzes.

Und was du sonst noch wissen solltest

Wenn es langfristig wird

Wenn du einen Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherungs-Schutz vereinbaren möchtest, musst du dafür Fragen zur Gesundheit beantworten. Du findest dich also schnell in einem wirklich intimen Bereich wieder. Überlege dir vorher genau, ob du dem Vermittler wirklich so nahe kommen willst, du genügend Vertrauen besitzt. Nutzt du Portale im Internet oder Direktversicherer, um deinen Versicherungsschutz zu vereinbaren, rechne nicht mit einer Unterstützung, die deine Interessen fokussiert.

Beantragungen mit Tücke

Experimentiere bitte nicht mit eigenen Beantragungen. Und schaue dem Vermittler genau auf die Finger. Misslungene Beantragungen können dazu führen, dass Versicherer Eintragungen in gemeinsame Datenbanken vornehmen. Und diese Eintragungen machen es nahezu unmöglich, den gewünschten Schutz zu bekommen. Ein Vermittler muss dir klar sagen, wann und in welcher Form er auf den Versicherer zugehen will.

Gibt es Zweifel, ob ein Versicherer deine Beantragung annehmen wird, stelle sicher, dass dein Vermittler zunächst auf eine Anfrageform ausweicht, die ihm die benötigte Auskunft gibt, ob eine Annahme möglich ist, ohne dass Versicherer Sachverhalte speichern dürfen.

Diese Anfrageformen heißen "Vorabanfrage", "medizinische Voranfrage" oder haben einen ähnlichen Namen. Zu solchen Anfragen musst du auch keine Auskunft in Antragsformularen geben, wohl aber zu Beantragungen, auch Probebeantragungen, und deren Status quo.

Verweigert ein Versicherer dir eine neutrale Vorabanfrage, fordert dafür deine Namensdaten, solltest du von diesem Anbieter Abstand nehmen.

Nimm dir Zeit

Wenn ein Vermittler dich in den Bereichen, bei denen es um langfristige Bindungen geht, in 30 Minuten versichern will (so schon von  Menschen, die zu uns kamen, gehört), bist du dem Vermittler schlichtweg gleichgültig.

Um dir eine Vorstellung zu geben: Wir befassen uns im Durchschnitt, vom ersten Gespräch, über Folgegespräche, die Ausarbeitung und Beantragung, 20 Stunden mit der Absicherung eines langfristig angelegten Schutzes.

Bestehendes prüfen

Bestehende Verträge gibt man nur dann auf, wenn die Pro-Argumente die Contra-Argumente überwiegen. Wer dir das nicht genauestens darlegt, wenn du nicht wirklich gute, nachvollziehbare Argumente hörst, die man dir auch schriftlich gibt, nimmst du besser Abstand.

Wissenswert

Vermittler ist nicht gleich Vermittler. Erfahre mehr über die Unterschiede, die beeinflussen können, wie du beraten wirst. Dein Vermittler sollte einem Wertebild folgen. Mehr zu unseren Werten erfährst du hier. Auch, welchen Status wir als Vermittler haben.

Gelb ist ein Kann, jedoch kein Muss

Hier findest du sinnvollen Schutz, auch solchen, zu dem du genauere Überlegungen anstellen solltest. Der jeweilige Schutz kann in den grünen Bereich tendieren, je nachdem, wo du gerade im Leben stehst.

Hausrat-Schutz

Der eigene Nestbau ist eine Lebensaufgabe. Und spannend. Was du bei einem Umzug mitnimmst, ist vereinfacht das, was versichert ist. Das Geld, was du benötigst, um dir diese Dinge neu zu kaufen, ist die Versicherungssumme. Es gibt deutliche Leistungsunterschiede. Bei einer Beratung solltest du deshalb dein Augenmerk darauf legen, welchen Leistungsumfang du einkaufst. Und wie viele Angaben du für den Abschluss des Schutzes machen musst. Je weniger es sind, umso besser ist es für dich.

Rechtsschutz

Wäre ein Berufsunfähigkeits-Schutz so lückenhaft, wie es Rechtsschutz von Natur aus ist, würden wir dir niemals zum Abschluss eines Berufsunfähigkeits-Schutzes raten.

Indes, Leistungsbausteine, wie der Schadenersatz-, der Arbeitsgerichts- und der Grundstücks- und Miet-Rechtsschutz, sie haben eine echte Berechtigung, weil sie dir tatsächlich eine bedeutsame Unterstützung leisten können.

Es ist am Ende eine Frage des Budgets und danach, ob du die wichtigen (grünen) Bereiche bereits durchdacht und ggf. für dich vereinbart hast.

Bei der Auswahl eines Rechtsschutzes, sollte dir dein Vermittler umfassend erläutern, warum er dir den ausgewählten Anbieter empfiehlt. Wer dir zum Wechsel eines Rechtsschutz-Versicherers rät, sollte dafür sehr gute Argumente haben.

Denn vom Beginn und der Dauer des Schutzes hängt viel ab. Unter anderem, ob etwas versichert ist. Und auch, wie viel Geduld ein Rechtsschutz-Versicherer mit dir hat, wenn du von mehr als einem Leistungsfall betroffen bist.

Du solltest eine Rechtsschutz-Versicherung bitte immer als „Worst Case“ Deckung ansehen. Denn die Rechtsschutz-Versicherer kämpfen mit hohen Leistungsquoten. Wer dir einen solchen Schutz mit den Worten „ ...dann können Sie immer zum Anwalt ...“ vermittelt, der weckt nicht nur falsche Hoffnungen. Sondern er sorgt auch dafür, dass ein Rechtsschutz-Versicherer schnell nervös wird. Und dir kündigt, wenn er den dritten 80 Euro Leistungsfall reguliert hat.

Einmal gekündigt, ist es nahezu unmöglich, einen neuen Versicherer zu finden. Auch weil die Rechtsschutz-Versicherer ihre Daten austauschen.

Unfall-Schutz

Die Versicherer wollen, dass wir an die Unfall-Bedrohung glauben. Tatsächlich sind Unfälle selten. Das ändert sich, wenn du zum Beispiel Motorrad oder Fahrrad fährst. Oder wenn Kinder zu versichern sind. Hier ist es durchaus sinnvoll, sich damit zu befassen.

Ein Vermittler sollte dir deutlich herausarbeiten, welchen Leistungsumfang du einkaufst.

Bedenke bitte, dass ein Unfall-Schutz sich immer nur mit dauerhaften Körperschäden befasst. Was du an beruflicher Befähigung durch einen Unfall verlierst, ist niemals Sache einer privaten Unfall-Versicherung. So kann eine Unfall-Versicherung einen Berufsunfähigkeits-Schutz vielleicht ergänzen, durch eine einmalige Kapitalzahlung, doch niemals ersetzen.

Wenn du dich für eine Unfall-Versicherung entscheidest, beschränke dich auf die Invaliditätsleistung. Alle weiteren Ergänzungen sind im Regelfall relativ teuer und unnötig.

Achte darauf, dass die so genannte Grundsumme ausreichend hoch bemessen ist. Und eine Progressionsstaffel, die höhere Leistungen bei schwereren Verletzungen verspricht, sollte das „350 % Modell“ nicht übersteigen.

Denn solche Progressionsstaffeln entfalten keinerlei Wirkung, wenn sich die Unfallschwere im statistischen Durchschnittsbereich bewegt. Hier kommt es allein auf die versicherte Grundsumme an.

Private Altersvorsorge

Jede Form der Überlegung, heute Geld zu investieren, um morgen mehr Geld zur Verfügung zu haben, ist grundsätzlich sinnvoll. Je früher du damit beginnst, umso stärker finanziert sich deine Vorsorge aus der Verzinsung.

Von einem Vermittler solltest du etwas darüber hören, in welchen „Schichten“ man private Vorsorge heute ansiedeln kann. Und welche Auswirkung die Auswahl auf die zu zahlenden Beiträge und die späteren Leistungen hat.

Du solltest hören, welchem Wertebild man folgt, wonach man in „gute“ und „schlechte“ Anbieter unterteilt. Du solltest Abstand von fondsgebundenen Lösungen nehmen, denn das direkte Investment in Fonds ist immer vorteilhafter.

Du solltest hören, dass es Möglichkeiten der Absicherung deines Sparens gibt, durch intelligent gestalteten Berufsunfähigkeits-Zusatz-Schutz.

Nimm dir Zeit, wertschätze, wenn sich dein Vermittler Zeit nimmt und eine intensive Diskussion mit dir führen will.

Denn eine einmal getroffene Entscheidung begleitet dich im Idealfall ein Leben lang. Das ist die Zeitspanne, um die es geht. Und deshalb sollte man Sorgfalt walten lassen.

Betriebliche Altersvorsorge

Die „Betriebsrente.“ Stiefmütterlich behandelt. Und von Arbeitgebern kritisch beäugt.

Dabei ist sie der beste Deal, den du auf dem Gebiet der „staatlich geförderten“ Altersvorsorge eingehen kannst.

Denn er ist fair: Eine 100%ige Befreiung von Steuern und Sozialabgaben, während du Beiträge sparst.

Im Gegenzug gilt, dass die späteren Leistungen der vollen Versteuerung und der Beitragspflicht in der Gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung unterliegen.

Die Vorteile für dich liegen darin, dass du höhere Beiträge investieren kannst, weil diese abgabenbefreit sind. Und höhere Sparbeiträge erwirtschaften eine höhere Verzinsung.

Du verschiebst die Abgabenbelastung deines Einkommens in die Zukunft. Da das Einkommen im Rentenalter im Regelfall geringer ist, kann daraus sogar ein echter Steuervorteil erwachsen.

Was du in Betriebliche Altersvorsorge investierst, entnimmst du dem System der Gesetzlichen Rentenversicherung, das dem Umlageverfahren folgt.

Das Umlageverfahren ist eine Finanzierungsform, die verteilt und nicht individuell anspart. Und deshalb mit Leistungsreduktion reagieren muss, wenn die Zahl der Finanzierenden des Systems ab- und die Zahl der Leistungsempfänger zunimmt.

Die demographische Entwicklung in Deutschland steuert auf dieses Szenario zu.

Finanzieren Arbeitgeber den Beitrag mit oder sogar alleine, kann das ein Anreiz für dich sein, länger bei deinem Arbeitgeber zu bleiben.

Nach spätestens 5 Jahren oder früher, wenn du das entsprechend vereinbart hast, gehören die von deinem Arbeitgeber finanzierten Beiträge dir.

Die Arbeitgeber haben das Anbieterbestimmungsrecht. Und das sorgt bei uns für so manches Kopfschütteln, weil wir partout keinen einzigen Aspekt ausmachen können, der für den gewählten Anbieter spricht.

So ist Betriebliche Altersvorsorge eine gute Startvoraussetzung für dich. Ob daraus etwas erwächst, was tatsächlich einen Beitrag für dich leistet, hängt stark von der Anbieterauswahl und der Gestaltung ab. Es gilt hier das Gleiche, wie für die Private Altersvorsorge beschrieben, bezogen darauf, was ein Vermittler für dich tun sollte.

Was du sonst noch wissen solltest

Oft werden wir danach gefragt, wie man die zu priorisierenden und sinnvollen Dinge in eine Reihenfolge bringt. Und was man zuerst „erledigt“.

Wir raten dir dazu folgendes: Der Motor deiner wirtschaftlichen Existenz ist deine Arbeitskraft. Und steht im Zentrum. Einen Berufsunfähigkeits-Schutz, der dir als Einkommensersatz eine angemessene Rente zahlt, solltest du dir so früh, wie es dir möglich ist, anschaffen.

Es gibt Altersvorsorgekonstellationen, die umso mehr für dich leisten, je länger du von einer Berufsunfähigkeit betroffen bist.

Mit dem Fokus der umfassenden Absicherung deiner Arbeitskraft, ist die Kombination mit speziellen Altersvorsorgeverträgen das, was wir für uns selbst als Erstes taten. Und es dir genauso empfehlen.

Möchtest du darüber hinaus Altersvorsorge betreiben, ist der genaue Blick auf die Möglichkeiten der Betrieblichen Altersvorsorge sinnvoll. Das haben wir als nächsten Schritt für uns getan. Und wieder empfehlen wir dir, dasselbe zu tun.

Rot ist, wovon wir dir abraten

Dem hier Genannten können wir nichts abgewinnen. Häufig mit unzutreffenden Leistungsversprechen vermittelt, führen diese Versicherungen in die Irre. Sie bergen ein hohes Täuschungspotenzial.

Riester Rente

Kaum ein anderes Produkt treibt uns so schnell die Zornesröte ins Gesicht. Die vermeintliche Förderung. Sie ist in Wahrheit das Vermeiden einer Doppelbesteuerung.

Denn du zahlst die Beiträge aus deinem versteuerten Einkommen. Die Leistungsseite der Riester Rente sieht vor, dass du 100 % dem zu versteuernden Einkommen hinzurechnest. Eine Besteuerung in der Anspar- und in der Leistungsphase ist unzulässig.

Die "Förderung", in Form der Zulage oder des Sonderausgabenabzuges, stellt deine versteuerten Beiträge nachträglich steuerfrei. Und zwar im Rahmen deiner Steuererklärung, rückwirkend für das zurückliegende Kalenderjahr.

Die individuelle Situation kann das Zünglein an der Waage sein, etwa, wenn besondere Zulagen für Kinder gewährt werden.

Basis- / Rürup Rente

„Steuervorteile“. Das ist ein Wort mit Magie. Hören Menschen dieses Wort, ist der gesunde Menschenverstand mitunter ausgeschaltet. Es ist dieses Wort, das immer wieder fällt, wenn Verkäufer über die Basis- bzw. Rürup Rente sprechen.

Dass diese „Steuervorteile“ nur eine Seite der Medaille beschreiben, es wird häufig unter den Tisch gekehrt.

Diese andere Seite der Medaille ist, dass die späteren Leitungen zu versteuern sind. Und nicht selten zu 100 %. Und das, obwohl man  die gezahlten Beiträge – mitunter jahrelang – nicht zu 100 %  vom zu versteuernden Einkommen abziehen durfte.

Erst im Jahr 2025 ist das der Fall. Wir finden deshalb derzeit keine Argumente für diese Form der Altersvorsorge.

Sie kann für Kurzentschlossene eine Rolle spielen. Für Menschen, die wenig Sparzeit zur Verfügung haben. Und für die Betriebliche Altersvorsorge nicht in Frage kommt, weil der Part des Arbeitgebers fehlt. In einer solchen Konstellation realisiert man wenigstens einen teilweisen Abzug der Beiträge vom zu versteuernden Einkommen.

Fondsgebundene Altersvorsorge

8 % Jahresverzinsung. Ohne Risiko!

So. Oder so ähnlich werden fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen angepriesen. "Veredelt" werden solche Produkte, wenn man folgendes nachlesen kann: „Das Anlagerisiko trägt der Versicherungsnehmer“. In diesen Fällen trägst du sogar das Risiko eines Totalverlustes.

Und zahlst, damit treibt man das Ganze dann auf die Spitze, mitunter für eine Fondsauswahl, die merkwürdig einseitig ist. Versicherer betreiben hier mitunter Profitmaximierung, indem sie unternehmenseigene oder -nahe Fonds integrieren.

Versicherer legen einen Teil der Sparbeiträge in Aktien und in weitere Sachwerte (Immobilien) an. Dafür ist keine Fondsbindung notwendig. Und auch keine "Sachwert-Police".

Der so genannte Höchstrechnungs-Zins bestimmt, wie hoch die Garantieleistung nicht fondsgebundener Verträge ist. Dieser Zinssatz liegt für neue Verträge auf historisch niedrigem Niveau. Dieser Umstand könnte eine Fondsbindung in den gelben Bereich tendieren lassen, wenn die Fondsauswahl hochwertig und das Anlagerisiko begrenzt ist.

Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

Sie wird verkauft mit dem Argument, man würde am Ende der Laufzeit seine eingezahlten Beiträge zurückerhalten, hätte den Unfall-Schutz damit quasi umsonst erhalten.

Dahinter steckt in Wahrheit, dass ein Vielfaches des Beitrages für eine reine Risiko-Unfallversicherung vom Versicherer erhoben und aus der Verzinsung des höheren Beitrages der Risikobeitrag entnommen wird. Die versicherten Summen sind meist deutlich zu niedrig. Und die Verzinsung lässt zu wünschen übrig.

Sei generell skeptisch, egal in welcher Konstellation, wenn dir jemand erzählt, du erhältst einen Versicherungsschutz, zu dem du die Beiträge zurückerhältst, wenn nichts passiert.

Das mag deinem Gefühl entsprechen, einem Versicherer nichts schenken zu wollen. Verständlich. Dennoch ist es schlichtweg unmöglich.

Denn ein Grundsatz der Versicherbarkeit ist eine Gefahrengemeinschaft. Und innerhalb derer findet ein Risikoausgleich statt. Alle zahlen sinnbildlich in einen Topf, aus dem diejenigen eine Entschädigung erhalten, die von einem Schaden betroffen sind. Würden nun all diejenigen ihren Beitrag zurückerhalten, denen „nichts“ passiert ist, könnte kein Risikoausgleich stattfinden. Und überhaupt. Wie will man Beiträge zurückzahlen, die man für Leistungsfälle ausgegeben hat?

Versicherungen auf dem Zahnarztstuhl

Auf dem Zahnarztstuhl sitzend, noch schnell die Versicherung vereinbaren, die dann alle Leistungen übernimmt. Dein gesunder Menschenverstand sagt dir bereits, dass da etwas nicht stimmen kann? Richtig.

Ein weiterer Grundsatz der Versicherbarkeit ist die Ungewissheit des Schadeneintritts. Ein Schaden ist grundsätzlich möglich, der Eintritt im Grunde ungewiss. Dich auf dem Zahnarztstuhl tatsächlich umfassend zu versichern, würde diesen Grundsatz verletzen.

Das wäre so, als würde man das bereits brennende Haus gegen Feuer versichern wollen. Kein Versicherer käme auf die Idee, dies zu tun.